pic_180px_lsd>> substanz

LSD (Lysergsäurediäthylamid) wurde 1938 von dem Schweizer Chemiker Albert Hoffmann entdeckt. Es gehört zu den Halluzinogenen. LSD ist eine farb-, geruch- und geschmacklose Lösung, die auf Trägerstoffen aufgetragen (z.B. Löschpapier: „Pappe“) oder als Mikrotabletten („Mikros“) erhältlich ist. LSD wird über die Schleimhaut aufgenommen, d.h. geschluckt oder gelutscht. Die Wirkstoffkonzentration ist sehr unterschiedlich (Ø 125 - 250 µg), Mikros sind gewöhnlich höher dosiert (> 250 µg). LSD gibt es auch als Flüssigkeit. Andere Bezeichnungen sind z.B. Trip, Acid, Purple oder Deep. LSD kann bis 12 h im Blut und bis zu 3 Tage im Urin nachgewiesen werden.

>> wirkung

Wirkungseintritt: nach 20 - 60 min (bei vollem Magen bis zu 2 h). Bei mittlerer Dosierung hält der Trip etwa 12 h an und bei einer hohen Dosis etwa 24 h. Der Rauschzustand ist extrem abhängig von der eigenen Stimmung und der Umgebung. Welche Reaktionen der einzelne erlebt, ist kaum vorauszusagen. Bei den meisten KonsumentInnen machen sich Symptome wie ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, Kribbeln auf der Haut, Schwindelgefühle und innere Unruhe bemerkbar.

>> psychische reaktion

LSD verändert die Wahrnehmung, das Gefühls(er)leben, das Ich-Erleben sowie das zeitliche und räumliche Erleben. Je nach Dosierung kann es zu unterschiedlich starken Halluzinationen kommen (optisch, akustisch, taktil und das eigene Körpererleben betreffend). Die Grundstimmung ist meist euphorisch, klar, bewusst und wach. Die KonsumentInnen erleben eine Verzerrung des Zeitgefühls. Sie kann aber auch ins Gegenteil kippen: Angst und Panik, verstärkt durch den Verlust der Realitätskontrolle, treten in den Vordergrund („Horrortrip“). Man fühlt sich hilflos, glaubt, verrückt zu werden und kann sich kaum aus dem „Gedankenkarussel“ befreien. Noch Tage nach dem letzten Trip können „Flashbacks“ auftreten.

>> körperliche reaktion

LSD wirkt v.a. auf psychischer Ebene. Körperlich können jedoch Begleiterscheinungen auftreten wie Schwindel und Übelkeit (v.a. anfangs); Anstieg von Puls, Atmung, Herzfrequenz; erhöhte oder zu niedrige Körpertemperatur; die Reaktionsfähigkeit ist stark eingeschränkt; die Pupillen sind erweitert. Des Weiteren können Appetit-losigkeit, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit und Muskelzittern auftreten.

>> risiken

Die Risiken von LSD liegen eindeutig im psychischen Bereich: negative Erfahrungen auf LSD können die Psyche existentiell und nachhaltig beeinflussen („hängen bleiben“). Bei hohen Dosen kann der Rauschzustand mit der Realität verwechselt werden und Verlust der Selbstkontrolle eintreten. Latent vorhandene psychische Störungen können durch den Konsum aktiviert werden (z.B. Depressionen und Psychosen). Wahrnehmungsveränderungen und Halluzinationen können bis zu 3 Wochen bestehen bleiben. Temporär können Flashbacks auftreten. Starke Toleranzbildung (d.h. für die gleiche Wirkung muss die Dosis erhöht werden). Körperliche Schädigungen durch LSD sind nicht erforscht.

>> mischkonsum

LSD + Cannabis: halluzinogene Wirkung von LSD wird verstärkt. LSD + Ecstasy: Gefahr von Hitzschlag, Verstärkung der Ecstasy-Wirkung. LSD + Kokain: hohe Gefahr der Überdosierung, Überdecken der Kokain-Wirkung. LSD + Speed/Crystal: Verstärkung der Gefahr von „Horrortrips“. LSD + Alkohol: Risiko einer Alkoholüberdosierung.

Es kann zu weiteren Wechselwirkungen mit hier nicht genannten Substanzen kommen.

>> safer use

LSD gilt als die stärkste bewusstseinsverändernde Droge. Ein Trip sollte ein Ausnahmeerlebnis sein! Kein LSD-Konsum während der Schwangerschaft (Früh- und Fehlgeburten möglich), bei psychischen Problemen und Herz-, Kreislaufproblemen. Nimm LSD nur in einer Umgebung, in der du dich wohl fühlst und mit Personen, denen du vertraust. Nimm niemals LSD, wenn es dir nicht gut geht, du müde bist oder du Angst davor hast. Niedrig dosieren und nicht auf vollen Magen nehmen. Niemals baden gehen, klettern, Auto fahren, Fahrradfahren, belebte Straßen überqueren, nachdem du konsumiert hast! Bedenke, dass dein Orientierungs- und Reaktionsvermögen eingeschränkt sind. Lege Konsumpausen ein! Nimm dir Zeit, die Erfahrung zu verarbeiten und bespreche die Erlebnisse mit FreundInnen! Konsumiere erst wieder, wenn du den vorhergehenden Trip seelisch und körperlich verarbeitet zu haben.

>> was tun im notfall?

Bei Überdosierung/Horrortrip: die Person an einen ruhigen Ort bringen, bei ihr bleiben und beruhigend auf sie einwirken. Einen Arzt rufen. Dieser kann den Trip zwar nicht beenden, aber gegebenenfalls Beruhigungsmittel verabreichen. Positive Gedanken unterstützen und nicht auf den schlechten Film einsteigen! Getränke mit hohem Vitamin-C-Gehalt (Zitronen-, Orangensaft) geben.

Diese Informationen sind keine Anleitung zum Drogenkonsum. LSD unterliegt dem BtmG. Besitz, Erwerb und Handel sind strafbar.

 

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