Safer Use ist die Bezeichnung für Anweisungen oder Tipps für einen risikoarmen, gesundheitsbewußten Drogenkonsum. Safer-Use-Hinweise findest du in den meisten Drogenbroschüren oder auch im internet. Man kann diese Hinweise mit Beipackzetteln zu Medikamenten vergleichen.

Was weiß ich eigentlich über Drogen? www.drogen-und-du.de; www.drugcom.de

Egal um welche Substanz es sich handelt, das Risiko beim Drogenkonsum, aber auch die erwünschten positiven Effekte von Drogen sind immer von mindestens drei Faktoren abhängig:

  • der Droge selbst,
  • deiner Stimmung (set)
  • der Umgebung beim Konsum (setting)

Hinzu kommen

  • dein körperlicher und psychischer Zustand und dein Alter
  • die (psychische) Situation nach dem Konsum

Zur Droge

Dosis

Safer Use bedeutet hier immer: mit einer geringen Dosis beginnen (antesten) und nicht gleich „nachlegen“. Insgesamt die Dosis gering halten und die jeweiligen Risiken einer Droge kennen. Die Belastbarkeit deines Körpers aber auch seine „Rauschfähigkeit“ haben Grenzen.

Konsumart

Safer Wähle immer die risikoärmste Konsumart, um deinen Körper nicht zusätzlich zu belasten.

Konsumhäufigkeit

Safer Use: Du solltest den Konsum einer Droge nicht zur „sinn-losen“ Gewohnheit werden lassen. Nimm Drogen bewusst und genussvoll.

Zum Set

Safer Use: Mach dir vor dem Gebrauch von Drogen klar, wie es dir geht, was du dir von der Droge erwartest und was du mit ihrer Wirkung erreichen willst. Gebrauche Drogen nicht zufällig und willkürlich, sondern treffe eine bewusste Entscheidung dafür oder dagegen. Vermeide es, Drogen zu nehmen, wenn es dir schlecht geht.

  • Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen, Organschäden oder chronischen Krankheiten sollten insbesondere auf Stimulantien (z.B. Speed, Ecstasy, Kokain, Kaffee) und allgemein auf hohe Dosierungen verzichten. Bedenke die unkalkulierbaren Wechselwirkungen, wenn du regelmäßig Medikamente nehmen musst!
  • Schwangere Frauen sollten unbedingt auf den Gebrauch von Drogen verzichten. Zum einen besteht die Gefahr, das Ungeborene zu schädigen (z.B. Missbildungen durch Alkohol). Zum anderen können einige Substanzen wie z.B. Kokain zu Fehlgeburten führen. (Mehr Infos unter www.drogenberatung-wuerzburg.de)
  • Menschen mit genetischer Veranlagung oder bereits bestehenden psychiatrischen Erkrankungen sollten insbesondere auf der Verwendung von Halluzinogenen verzichten: verdeckte Psychosen können ausgelöst und bestehende Probleme verstärkt werden.
  • Menschen, die sehr sensibel sind oder psychische Probleme haben, laufen ein größeres Risiko auch schon nach einmaligem Drogenkonsum in eine Krise zu geraten.
  • Je jünger man ist und mit einem regelmäßigen Drogenkonsum beginnt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man seelische oder körperliche Probleme entwickelt.

Nach dem Konsum

  • Gehe genussvoll an den Drogengebrauch heran. Das heißt: überleg dir, wann wie und mit wen du welche Drogen nehmen willst. Aber auch: nimm dir Zeit dafür und meide wichtige Termine, die in die Katerstimmung fallen.
  • Tu dir und deinem Körper was Gutes: mit viel Schlaf, gutem Essen, einem Bad, einem Spaziergang usw.
  • Triff dich mit Freunden. Gemeinsam kommt man leichter wieder in der Realität an.
  • Akzeptiere, dass jede Drogenwirkung begrenzt ist. Wehr dich nicht gegen das Runterkommen und gönne deinem Körper und Geist Ruhe und Konsumpausen.

Zum Setting

Safer Use: Drogen bieten eine Vielfalt von positiven Erfahrungsmöglichkeiten. Ebenso birgt ihr Konsum immer auch Risiken. Jeder sollte sowohl die äußeren Begleitumstände wie auch die Begleitpersonen (also das Setting) sorgfältig auswählen.

Discotheken / Clubs

  • Zieht gemeinsam los oder verabredet euch. Alleine auf einer Party unter Fremden Drogen zu nehmen, kann unangenehme Filme auslösen.
  • Klärt vorher, wie ihr wieder nach Hause kommt. Autofahren unter Drogen kann euch und andere gefährden. Zudem macht sich der Fahrer strafbar und kann z.B. seinen Führerschein verlieren. (Mehr unter Rechtliches oder Links)
  • Nehmt Drogen gemeinsam und zur selben Zeit. So seid ihr während der Party auf demselben Level und beim Runterkommen nicht allein.
  • Sorgt gegenseitig dafür, dass jeder genug Wasser trinkt, mal eine Pause macht oder kurz an die frische Luft geht.
  • Um das Gehör zu schützen: nicht direkt vor der Box tanzen und Ohrstöpsel benutzen. (Mehr zum Thema safer hören/Tinnitus)
  • Lasst keinen allein, der nicht klarkommt. Oft reichen schon ein paar nette Worte …

Open-Air-Parties

  • Versucht noch bei Tageslicht auf dem (oft sehr weitläufigen) Gelände anzukommen. Dreht eine Runde, um zumindest eine grobe Orientierung zu haben. So wird es einfacher, später zu eurem Zelt / Auto zurückzufinden. Vereinbart Treffpunkte oder feste Zeiten.
  • Bei open-airs über mehrere Tage sollte man seinen Drogenkonsum so einteilen, dass Ruhepausen und Schlaf möglich sind. Wer 72 Stunden pausenlos alles wild durcheinander wirft sieht nicht nur aus wie ein Zombie, sondern fühlt sich auch so.
  • Auch wenn es schwer fällt, sollte man genug essen. Das reduziert die Erschöpfung nach der Party.
  • Unbedingt an Sonnencreme, Sonnenhut, Sonnenbrille denken und viel Wasser trinken. Die Kombination Sonne, Tanzen und Drogen kann schnell zu lebensbedrohlicher Überhitzung führen.
  • Die nächtlichen Licht- und Dekoeffekte auf open-airs können selbst nüchternen Menschen die Orientierung schwer machen. Besser ist es also, nachts nicht allein unterwegs zu sein bzw. einen Treffpunkt zu vereinbaren. Die Reizüberflutung für Augen, Ohren und die Psyche wird durch Drogenkonsum (insbesondere Halluzinogene) extrem verstärkt.
  • Nicht direkt nach dem letzten Runterkommen ins Auto steigen. Keine Drogen nehmen, um die eingeschränkte Fahrtauglichkeit „auszugleichen“. Du gefährdest damit dich und andere. Zudem machst du dich strafbar und oft genug gibt es nach open-airs gezielte Fahrkontrollen. Bestimmt einen Fahrer, der zum vereinbarten Abfahrtstermin ausgeschlafen und nüchtern ist. Wenn keiner zur Hand ist: besser noch einen Tag dranhängen!

Zu Hause

Der Konsum der typischen Partydrogen wie Ecstasy, Speed, LSD in einer Privatwohnung führt oft zu ganz anderen Drogenwirkungen als in einem Club oder auf einem open-air. Musik, Lichteffekte, viele Menschen und der große Raum fesseln auf Partys die Aufmerksamkeit. In einer ruhigeren Umgebung richtet sich die eigene Aufmerksamkeit viel eher nach innen, auf das eigene Körperempfinden oder sehr intensiv auf die umgebenden Personen. Man sollte zu Hause nur in Begleitung Drogen nehmen. Zum einen kann so im Notfall Hilfe geholt werden. Zum anderen schützen vertraute Menschen vor unangenehmen oder (angstauslösenden) neuen Erfahrungen. Es macht Sinn, sich und die Wohnung einzustimmen (gemütliche Ecken schaffen, essen und trinken einkaufen, Musik vorbereiten etc.). Vorsicht im Umgang mit Feuer und spitzen Geräten. Wenn gekuschelt wird: Safer-Sex-Regeln einhalten.

In der freien Natur

Manche Substanzen entfalten eine besondere Wirkung und Kraft in der freien Natur. Dazu zählen insbesondere Pilze und andere Halluzinogene. Die Natur wird intensiv erlebt. Die vielfältig möglichen Wahrnehmungsveränderungen haben unter Umständen eine besondere und tiefe Beschaffenheit.

Hier gilt ganz besonders: niemals alleine auf einen Trip gehen. Gerade in der Natur lauern eine Menge Gefahren wie zum Beispiel Verletzungen oder der Verlust der Orientierung. Unter dem Einfluss von Drogen nicht baden gehen, klettern oder andere riskante Unternehmungen wagen. Den Trip sollte man gut vorbereiten (warme Kleidung, essen und trinken, Sonnenschutz etc.). Zeitlich sollte man es so organisieren, dass man nicht noch „drauf“ ist, wenn die Dunkelheit einsetzt (außer man hat eine Schlafmöglichkeit dabei). Niemals unter Drogeneinfluss ins Auto steigen! Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer.

Alleine oder gemeinsam?

Da du dich mit dem Gebrauch von Drogen immer bestimmten Risiken aussetzt, ist es grundsätzlich anzuraten, mit anderen Personen zusammen zu sein (ob diese nun nüchtern sind oder ihr gemeinsam konsumiert). Eine Reihe von Drogen (z.B. Cannabis) wird jedoch häufig alleine gebraucht. Du solltest aber immer bedenken, dass abhängig von deiner Stimmung selbst altbekannte Drogen unvertraute (und eventuell unangenehme) Reaktionen auslösen können. Zudem kannst du auf unerwartete Ereignisse nicht so gut reagieren wie in nüchternem Zustand.

Wenn du dich zu einem Selbstversuch mit einer Dir unbekannten Droge entschließt, solltest du zumindest einem guten Freund bescheid sagen, den du bei Schwierigkeiten zu Hilfe holen kannst. Überlege für dich selbst, warum du alleine Drogen nimmst. Wenn du zu dem Schluss kommen solltest, dass du alleine konsumierst aus Einsamkeit, Heimlichkeit oder Kummer heraus oder weil du sonst nichts mit dir anzufangen weißt, solltest du deinen Drogengebrauch überdenken.

Gemeinschaft kann beim Gebrauch von Drogen viele Vorteile haben:

  • Schutz vor Gefährdungen durch Überdosierung oder bei unerwarteten körperlichen Reaktionen.
  • Gemeinsame und verbindende Rituale.
  • Unterstützung bei unangenehmen Erlebnissen.
  • Teilen von schönen Erfahrungen und besonderen Erlebnissen.
  • Austausch von Wissen und Informationen bezüglich der Droge, der Rauschwirkung und der Risiken.

Gemeinschaft kann aber auch Nachteile haben:

  • Zum Konsum überredet und bedrängt werden.
  • Verspottet oder ausgeschlossen werden, wenn man nicht mitmacht.
  • Exzessiver Konsum, bei dem keiner mehr auf den anderen achtet.


Ob du eine Gemeinschaft positiv oder negativ bewertest, ist abhängig davon, was du selbst willst. Letztlich bist es immer du, der sich für oder gegen einen Drogenkonsum entscheidet. Die Verantwortung für deine Psyche und deinen Körper liegt bei dir …

„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“

 

SOMATRiX

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