pic_180px_heroin>> substanz

Heroin (H, Schore, Brown Sugar, Braunes, Cachla, Material etc.) wird aus dem getrockneten Milchsaft (Opium) der Schlafmohnkapsel gewonnen und ist ein halbsynthetisches Opioid. Reines Opium (medizinisch) z.B. als Schmerzmittel eingesetzt, verursacht keine Organschäden. Bis zum Verbot 1929 war es als Hustenmittel und Anticravingmittel für Alkoholabhängige auf dem Markt. Das unter illegalen Bedingungen gehandelte Straßenheroin wird als weißes, cremefarbenes, graues oder bräunliches Pulver angeboten und enthält meist Streckmittel und Verunreinigungen (z.B. Koffein, Paracetamol, Mehl, Ascorbinsäure). Der Reinheitsgehalt in Deutschland schwankt zwischen 3 - 25 %. Heroin kann geraucht, geschnupft oder gespritzt werden. Es ist im Blut bis zu 24 h und im Urin 3 - 7 Tage nachweisbar.

>> wirkung

Die Wirkung ist u.a. abhängig von Dosis, Reinheitsgrad, Gewöhnungseffekten, Konsumform sowie von Set (seelische und körperliche Verfassung des Users) und Setting (Rahmenbedingungen des Konsums). Beim Spritzen ist die Wirkung am intensivsten, zugleich ist dies die risikoreichste Konsumform. Die Wirkdauer ist abhängig von Dosis und Qualität des Stoffes (2 - 5 h).

>> psychische reaktion

Heroin wirkt schmerzlindernd, angstlösend, euphorisierend und beruhigend. Man fühlt sich immun gegenüber (psychischen) Problemen, unbeschwert, ausgeglichen und erlebt ein Gefühl der Kontrolle und Selbstsicherheit

>> körperliche reaktion

Verlangsamung der Atmung und des Pulses, Blutdruckabfall, Übelkeit, Unwohlsein, Verstopfung, Erbrechen, Juckreiz, Appetitminderung, Libido-Verlust. Besonders der Erstkonsum ist mit unangenehmen körperlichen Wirkungen verbunden. Zudem ist die Pupillenverengung ein Anzeichen für den vorhergehenden Konsum von Heroin.

>> risiken

Die unbekannte Wirkstoffkonzentration des Straßenheroins kann zu (versehentlichen) Überdosierungen mit Atemlähmung führen. Die Gefahr einer (oft tödlichen) Überdosierung ist beim Spritzen am höchsten. Durch Verunreinigungen des Stoffs kann es zu „Shakes“ mit Fieber, Schüttelfrost und Krämpfen kommen. Bei regelmäßigem Gebrauch können auch Organschäden auftreten. Mischkonsum führt zu unkalkulierbaren und lebensgefährlichen Risiken! Meide den Mischkonsum also unbedingt! Abhängigkeit: Unabhängig von der Gebrauchsform besteht die große Gefahr, dass es bei regelmäßigem Konsum zu einer psychischen Abhängigkeit kommt, d.h. der Konsum wird zwanghaft und unwiderstehlich. Zusätzlich besteht bei täglichem Konsum das Risiko einer körperlichen Abhängigkeit. Um dauerhaft gleich-bleibende Wirkung zu erzielen, muss man mehr konsumieren (Toleranzentwicklung). Beim Absetzen treten Entzugserscheinungen auf (Naselaufen, Augentränen, innere Unruhe, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfall, Schlafstörungen).

>> spezifische risiken

Sniefen: Schädigung der Nasenschleimhäute/-scheidewand. Rauchen: Schädigung von Bronchien und Lunge. Spritzen: Venenentzündungen, Abszessbildungen, Infektionskrankheiten (Hepatitis, HIV, Bakterien, Pilze) bei unsauberem Spritzbesteck oder „needle sharing“ (teilen einer Nadel).

Es kann zu weiteren Wechselwirkungen mit hier nicht genannten Substanzen kommen.

>> safer use

Das Spritzen bringt fast unweigerlich Probleme mit sich. Rauchen oder Sniefen sind risikoärmere Gebrauchsformen und sollten bevorzugt werden. Konsumiere nicht alleine, damit im Notfall ein Arzt gerufen werden kann. Die Dosis immer möglichst gering halten, um Überdosierungen zu vermeiden. Kein Mischkonsum (insbesondere mit anderen dämpfenden Stoffen)! Wie kannst du die Gefahr abhängig zu werden verringern? Wenn du konsumierst, dann vermeide den täglichen und regelmäßigen Gebrauch! Nutze die Substanz nicht, um vermeintlich besser mit Problemen umgehen zu können. Beachte: Heroin hat ein hohes Suchtpotential. Treffe bewusste Entscheidungen und handle verantwortungsvoll für deinen Körper und deine Psyche! Mehr safer-use-Infos unter www.drugscouts.de oder bei uns.

>> was tun im notfall?

Bei Atemstillstand oder Bewusstlosigkeit durch Überdosierung sofort den Notarzt rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten. Beim Auftreten des sog. „Shake“ am besten mit Wärmen und heißen Tee trinken, entgegenwirken. Lässt der Zustand nach einer Stunde nicht nach, sollte der Notarzt gerufen werden. Sofern Krampfanfälle auftreten (häufig bei Mischkonsum mit Medikamenten), sollte ein Kissen unter den Kopf des Betroffenen gelegt, Gegenstände aus dem Weg geräumt werden und die Person nicht gewaltsam festgehalten werden.

Diese Informationen sind keine Anleitung zum Drogenkonsum. Heroin unterliegt dem BtmG. Besitz, Erwerb und Handel sind strafbar.

 

 

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